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IT-Sicherheit · 2 Min. Lesezeit

Sichere Anmeldung: Passwörter, Passkeys und Mehr-Faktor-Authentifizierung

Gestohlene oder erratene Zugangsdaten sind einer der häufigsten Einstiegspunkte für Angreifer. Die gute Nachricht: Mit drei Bausteinen lässt sich dieses Risiko drastisch senken.

Grafik: Schlüssel und Passwortfeld mit Punkten als weiße Strichzeichnung in grünen Ringen auf dunklem Grund mit Leiterbahnen

„Sommer2026!“ erfüllt viele klassische Passwortregeln – und wird trotzdem in Sekunden erraten. Moderne Angriffe probieren nicht nur Zeichenkombinationen durch, sondern nutzen riesige Listen bereits geleakter Passwörter und typische Muster. Deshalb haben sich die Empfehlungen in den letzten Jahren deutlich verändert.

Baustein 1: Lang statt kompliziert

Die Länge eines Passworts ist der wichtigste Faktor für seine Stärke. Eine Passphrase aus vier bis fünf zufälligen Wörtern ist leichter zu merken und gleichzeitig deutlich stärker als ein kurzes Passwort voller Sonderzeichen.

  • Gut: Kanal-Tulpe-Ofen-Wolke-27 – lang, zufällig, merkbar
  • Schlecht: F1rma!2026 – kurz, vorhersehbares Muster

Das Bundesamt für Sicherheit in der Informationstechnik (BSI) empfiehlt keine regelmäßigen Pflichtwechsel mehr. Ein Passwort sollte vor allem dann geändert werden, wenn der Verdacht besteht, dass es bekannt geworden ist. Entscheidend ist außerdem: für jeden Dienst ein eigenes Passwort.

Baustein 2: Ein Passwortmanager für das Team

Niemand kann sich dutzende lange, einzigartige Passwörter merken. Ein Passwortmanager erzeugt und speichert sie sicher – man muss sich nur noch ein starkes Master-Passwort merken. Für Unternehmen bieten Team-Versionen zusätzliche Vorteile:

  • Gemeinsame Zugänge sicher teilen – ohne Excel-Liste oder Haftnotiz
  • Zugriffe zentral entziehen, wenn jemand das Unternehmen verlässt
  • Warnungen bei schwachen, doppelten oder geleakten Passwörtern
  • Notfallzugriff für die Geschäftsführung

Baustein 3: Mehr-Faktor-Authentifizierung (MFA)

Bei der Mehr-Faktor-Authentifizierung reicht das Passwort allein nicht aus – zusätzlich wird ein zweiter Nachweis verlangt. Selbst wenn ein Passwort gestohlen wurde, kommt der Angreifer so nicht weiter.

VerfahrenSicherheitHinweis
Hardware-Schlüssel (FIDO2)sehr hochIdeal für Administratoren und Geschäftsführung
Passkeyssehr hochPhishing-resistent, komfortabel
Authenticator-ApphochGuter Standard für alle Mitarbeitenden
SMS-CodemittelBesser als nichts, aber anfällig für SIM-Tausch und Phishing

Vorsicht vor „MFA-Müdigkeit“

Angreifer, die ein Passwort kennen, lösen manchmal Dutzende Push-Anfragen aus – in der Hoffnung, dass jemand genervt auf „Bestätigen“ tippt. Regel für alle: Eine Anmeldeanfrage, die Sie nicht selbst ausgelöst haben, wird immer abgelehnt und gemeldet.

Passkeys: Anmelden ohne Passwort

Passkeys ersetzen das Passwort durch ein kryptografisches Schlüsselpaar. Der geheime Teil verlässt Ihr Gerät nie, die Anmeldung erfolgt per Fingerabdruck, Gesichtserkennung oder Geräte-PIN. Weil Passkeys fest an die echte Website gebunden sind, laufen Phishing-Seiten ins Leere. Immer mehr Dienste – darunter die großen Cloud- und Office-Plattformen – unterstützen Passkeys bereits.

Wo fangen Sie an?

  1. MFA aktivieren für E-Mail, Microsoft 365/Cloud, VPN, Banking und alle Administratorkonten.
  2. Passwortmanager für das Team einführen und die wichtigsten Zugänge umziehen.
  3. Standard- und Mehrfachpasswörter ersetzen – Router, Drucker und Kameras nicht vergessen.
  4. Passkeys überall dort nutzen, wo sie angeboten werden.

Wie stark ist Ihr Passwort? Testen Sie es mit unserem Passwort-Check – die Prüfung findet ausschließlich in Ihrem Browser statt.

Hinweis: Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung. Rechtliche Angaben entsprechen dem Stand der letzten Aktualisierung.