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IT-Sicherheit · 2 Min. Lesezeit

Phishing erkennen: So entlarven Sie gefälschte E-Mails

Die meisten Cyberangriffe beginnen mit einer E-Mail. Seit Betrüger künstliche Intelligenz nutzen, sind Rechtschreibfehler kein verlässliches Merkmal mehr – dafür gibt es andere Warnsignale.

Grafik: Briefumschlag mit Angelhaken als weiße Strichzeichnung in grünen Ringen auf dunklem Grund mit Leiterbahnen

Phishing bezeichnet Betrugsversuche, bei denen Angreifer sich als vertrauenswürdiger Absender ausgeben – als Bank, Paketdienst, Software-Hersteller, Geschäftspartner oder sogar als die eigene Geschäftsführung. Ziel ist es, Zugangsdaten abzugreifen, Schadsoftware einzuschleusen oder Zahlungen umzuleiten.

Die sieben wichtigsten Warnsignale

  1. Druck und Dringlichkeit: „Ihr Konto wird in 24 Stunden gesperrt“, „Zahlung heute noch erforderlich“. Zeitdruck soll Sie vom Nachdenken abhalten.
  2. Ungewöhnliche Absenderadresse: Der angezeigte Name stimmt, die tatsächliche Adresse aber nicht – etwa service@paypal-sicherheit.info.
  3. Links mit fremdem Ziel: Fahren Sie mit der Maus über einen Link (ohne zu klicken) und prüfen Sie das tatsächliche Ziel. Achten Sie besonders auf den Teil direkt vor .de oder .com.
  4. Unerwartete Anhänge: Rechnungen, Mahnungen oder Bewerbungen als ZIP-Datei, Office-Dokument mit Makros oder verlinkter „Online-Dokumente“.
  5. Aufforderung, Daten einzugeben: Seriöse Anbieter fragen niemals per E-Mail nach Passwörtern, TANs oder Kreditkartendaten.
  6. Geänderte Bankverbindung: Ein Lieferant teilt per E-Mail eine neue IBAN mit? Immer telefonisch über die bekannte Nummer rückversichern.
  7. Ungewöhnliche Bitte vom „Chef“: Eilige Überweisung, Gutscheinkarten kaufen, absolute Vertraulichkeit – klassischer „CEO-Fraud“.

Neue Maschen: QR-Codes und Anrufe

Beim „Quishing“ steckt der Link in einem QR-Code – etwa in einem PDF oder auf einem Brief. So umgeht er Filter und landet auf dem weniger geschützten Smartphone. Zunehmend werden Phishing-Mails außerdem mit Anrufen kombiniert, teils mit KI-generierten Stimmen. Auch eine vertraute Stimme am Telefon ist daher kein Beweis.

Was tun, wenn doch geklickt wurde?

Fehler passieren – entscheidend ist, schnell und ohne Scham zu reagieren:

  1. Sofort melden: Informieren Sie Ihre IT-Betreuung bzw. Ihren IT-Dienstleister. Jede Minute zählt.
  2. Passwort ändern: Wurden Zugangsdaten eingegeben, ändern Sie das Passwort umgehend – von einem anderen, sauberen Gerät aus.
  3. Gerät vom Netz trennen: Wurde ein Anhang geöffnet, LAN-Kabel ziehen bzw. WLAN deaktivieren, das Gerät aber nicht ausschalten.
  4. Bank informieren: Bei Zahlungsdaten oder getätigten Überweisungen sofort die Bank kontaktieren – Rückrufe sind manchmal noch möglich.
  5. Dokumentieren: Uhrzeit, E-Mail, was angeklickt oder eingegeben wurde. Das hilft bei der Aufarbeitung und ggf. der Meldung an Behörden.

So schützen Sie Ihr Unternehmen

  • Mehr-Faktor-Anmeldung für E-Mail und Cloud-Dienste – damit erbeutete Passwörter allein nicht reichen.
  • Professioneller Spam- und Phishing-Filter sowie SPF, DKIM und DMARC für Ihre eigene Domain.
  • Externe E-Mails im Postfach deutlich kennzeichnen lassen.
  • Klare Regel für Zahlungsänderungen: immer telefonischer Rückruf über bekannte Nummern.
  • Regelmäßige, kurze Sensibilisierungen für das ganze Team.
  • Eine Fehlerkultur, in der Melden belohnt und nicht bestraft wird.

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Hinweis: Dieser Ratgeber dient der allgemeinen Information und ersetzt keine Rechtsberatung. Rechtliche Angaben entsprechen dem Stand der letzten Aktualisierung.